Kultureck
Kallmünz e.V.

Jahresausstellung des KulturEcks – Querschnitt 26 – der Sechste seiner Art

Wie jedes Jahr zeigen die Künstlerinnen und Künstler des KulturEcks einen Querschnitt ihrer Werke. Auch dieses Jahr ist das KulturEck wieder im Kulturkalender des Landkreises Regensburg gelistet. Die gemeinsame Klammer aller Veranstaltungen ist das Thema bewusst.sein, das wunderbar zu unserem Thema MenschenTräume – MenschenRäume passt.
In der diesjährigen Ausstellung Querschnitt setzen sich die Künstlerinnen mit Räumen, die wir Menschen uns schaffen oder vorfinden, auseinander. Sie spüren dem nach, wie unser Bewusst.sein von den Räumen geprägt wird und wir andererseits in einem bestimmten Bewusst.sein ganz bestimmte Räume schaffen, die unseren Wünschen nach einem besseren Leben nahe kommen.

Mit Arbeiten von :

Bartels Maria

Ein Blick sagt mehr als tausend Worte. Sehnsucht so heißen die vielen Träume, die jeder in seinem Herzen trägt, verbunden mit der Hoffnung, dass sie sich erfüllen. 

Bayerl Schore

Den Titel ‚Pflaster vom Pflasterer‘ habe ich mir als Altkallmünzer erlaubt dem Spitznamen für Kallmünz „die Kallmünzer Pflasterscheißer“ zu entnehmen.

Beer Brigitte

Die Bilder schwanken zwischen gegenständlich und abstrakt. In diesem Zwischenraum kann ich meine Ideen am besten ausdrücken.Die Ideen kommen aus dem Bauch heraus und sollen Ausdruck einer inneren Wahrheit sein und das Ringen darum. Ich möchte die Welt mit mehr Schönheit, Glück und Bewusstheit erfüllen.


Danuta Ciolek


„Gewitter haben ihren Platz in der Natur, aber auch in unserem Alltag. Nach heftigen Unwetter kehrt schönes, sonniges Wetter zurück – etwas, wovon jeder träumt.“

Hadwiger Joana

Träume und Räume

Frei Räume

im Alltags-Grau

Menschen Träume

Im Endlos-Blau

Der Menschen Träume

wurden

Des Fisches Trauma.

Helfer Roswitha

Zwischen Licht und Schatten begegnen sich stille Gestalten.
Träume öffnen Räume, die keine Grenzen kennen.
Jeder Schritt erzählt von Nähe, Sehnsucht und Wandel.
Farben verbinden, was Worte oft nicht erreichen.
Menschen hinterlassen Spuren – in Räumen und in Träumen.

Hubertus Hinse

 IN EXCELSIS

Das Streben nach Höherem führte uns aus Höhlen bis auf den Mond. 

Früher deuteten wir die Zeichen des Himmels. 

Später bauten wir Kathedralen. 

Wohin geht unser Streben heute? 

Hinse-Rudolf Alice

Titel: „Sturm“

Der „Sturm“ steht als Metapher für das innere Erleben des Menschen und die Vielzahl an Gedanken, Emotionen und inneren Konflikten, die unser Bewusstsein in ständiger Bewegung halten.

Link Siegfried


Ein Bild, das intuitiv und ohne Planung entstanden ist.

Ein fragmentiertes Frauengesicht, verdeckt, geheimnisvoll, real oder geträumt?

Ludwig Thoma

Mit diesem Werk halte ich einen Raum zwischen Erinnerung und Auflösung fest.
Skizzenhafte Linien und eine brüchige Farbigkeit erzeugen ein Gefühl von Vergänglichkeit.
Möbel, Pflanzen und Wände erscheinen nur angedeutet und wirken wie verblassende Fragmente.
Die digitale Oberfläche verstärkt die melancholische Stimmung eines instabilen Zeit- und Raumerlebens.

Rosas Gabriela

Es gibt Orte, die wir in unserer Erinnerung und in unserem Herzen bewahren. Manche sind klare Bilder von Gegenständen, Menschen oder Szenen. Andere sind vage und verschwommene Erinnerungen an Träume und Fantasien, die von Gefühlen und Gewissheiten imprägniert sind. Das Mixcoac Haus (Casa Mixcoac) ist eine Darstellung des Hauses meiner Eltern während meiner Kindheit in Mexiko-Stadt, das damals ein Gebäude im ständigen Umbau war, das in die Zukunft ragte, genau wie ich als kleines Mädchen

Scheuerer Schore (Schore90)

raumINderZEIT

Ein kurzer Moment 

Sich selbst in symmetrische Formen zu tauschen, in der sich Perspektiven lösen und die Gravitation still steht.

Ein kurzer Moment


Schmid Josef

Ein bunter, transparenter Raum mit schemenhaften, überlagerten, menschenähnliche Formen. Zwischenwelten, innere Räume, Orte des Erinnerns, Fühlens und Werdens. Jeder kann sie entsprechend seinen eigenen Vorstellungen, Erfahrungen und Sehnsüchten betreten und erleben.

Schmid Renate

Inspiriert vom Liedertext „Über den Wolken muss die Freiheit wohl
grenzenlos sein ……“
Gesungen und getextet von Reinhard Mey.

Schmidmeier Birgit

Menschen-Räume können sich so unfassbar leer anfühlen, wenn die Menschen, die da sein sollten, nicht da sind. Nie mehr da sein werden.

Menschen-Träume verbinden uns feinstofflich in Liebe und Freude mit den Jenseitigen. Immer und überall unabhängig von Raum und Zeit.

Voggenreither Karola

Lass der Seele Flügel wachsen und tauche ein in die Fantasiewelt der Künstlerin.
Finde deinen eigenen Zugang.


Weigl Brigitta

Zum Schutz brauchen wir alle ein Dach über dem Kopf! 

Wie viele träumen von einem geschützten, schönen Lebensraum? 

Überlegungen zum Thema bewusst.sein, dem Motto des diesjährigen Landkreisthemas:


Die Werke werden bestimmt durch folgende Überlegungen: Menschen gestalten Räume nicht nur als funktionale Orte, sondern als Spiegel ihrer inneren Welt. Städte, Häuser, Zimmer oder auch virtuelle Räume tragen Spuren von Bedürfnissen, Ängsten und Träumen. Gleichzeitig beeinflussen diese Räume wiederum das Denken und Fühlen der Menschen, die in ihnen leben. So entsteht ein fortlaufender Kreislauf zwischen innerer und äußerer Welt: Was im Bewusstsein entsteht, prägt die Räume – und was uns räumlich umgibt, beeinflusst unser Bewusst-sein.

„Bewusst-sein“ bedeutet dabei mehr als bloßes Wahrnehmen. Es umfasst die Fähigkeit, sich selbst zu reflektieren, eigene Wünsche zu erkennen und die Welt kritisch zu deuten. In diesem Bewusstsein entstehen Menschenträume: Vorstellungen von einem besseren Leben, von Zugehörigkeit, Freiheit oder Sinn. 

Diese Träume suchen nach Ausdruck in konkreten Menschenräumen – in der Art, wie wir wohnen, arbeiten, lernen und zusammenleben. Räume sind damit Ausdruck menschlichen Bewusstseins und zugleich dessen Resonanzraum. Bewusst-sein versteht sich als Raum der Reflexion, in dem persönliche und gesellschaftliche Aspekte sichtbar werden.

Ein paar Appetithappen und die Überlegungen der Künstler*innen zeigen wir vorab.

Alice Rudolph Hinse: “There’s a storm inside me”

Der „Sturm“ steht als Metapher für das innere Erleben des Menschen. Er symbolisiert die Vielzahl an Gedanken, Emotionen und inneren Konflikten, die das Bewusstsein in ständiger Bewegung halten. Bewusst-sein erscheint hier nicht als Ruhe oder Klarheit, sondern als ein dynamischer Prozess, in dem sich das Selbst immer wieder neu formt.

Die kreisenden Wolken verweisen auf gedankliche Muster, Zweifel und Fragen, die das innere Erleben strukturieren. Sie zeigen, dass das Bewusstsein selten leer ist, sondern von inneren Bildern und Gefühlen durchzogen wird.
Gleichzeitig deutet die Haltung der Figur darauf hin, dass der Mensch dem inneren Sturm nicht ausgeliefert ist. Bewusst-sein bedeutet hier, das eigene innere Wetter wahrzunehmen, ohne sich mit ihm zu identifizieren. Im Erkennen und Annehmen dieser inneren Bewegung liegt die Möglichkeit zur Selbstreflexion und inneren Reifung.

Birgit Schmidmeier: „My heart will go on“

In diesem Hochhaus bin ich aufgewachsen. In einer Wohnung im Erdgeschoss. Nici, meine Seelenschwester, hätte genau darüber im 6. Stock gewohnt. Hätte?

Unsere Mamas waren zur gleichen Zeit mit uns schwanger. Doch Nici kam nach der Geburt nicht nach Hause, weil sie 12 Tage nach der Geburt im Krankenhaus starb. Nicis Mama, seit 35 Jahren meine Stiefmutter, lebt immer noch in dieser Wohnung.

Räume können sich so unfassbar leer anfühlen, wenn die Menschen, die da sein sollten, nicht da sind. Nie mehr da sein werden. In einem Moment noch die Freude auf das langersehnte Wunschkind. Im nächsten Moment nur Leere und unerträgliche Stille.

Was tun mit dieser Stille? Wir können lauschen. Nach innen. Und sehen. Mit geschlossenen Augen. Und spüren. Die Liebe in unserem Herzen. Ein liebevoller Gedanke an diesen verstorbenen Lieblingsmenschen genügt – und die Verbindung steht – im gleichen Raum, nur eine andere Frequenz. Zuverlässiger als jede Telefonleitung. Je mehr man sich diesem Moment mit geöffnetem Herzen hingibt, desto besser ist der Empfang. In diesen Momenten tritt das eigene Menschsein und der Raum in den Hintergrund.

Wir sind pure Seele, freier Geist. Frei wie der Wind tanzen wir voller Freude mit den geliebten Jenseitigen und genießen gemeinsam das ewige Leben. Immer und überall – außerhalb von Raum und Zeit. Denn die Ewigkeit ist immer JETZT.

Ludwig Thoma: A3 Sketch, D

Damit halte ich einen Raum fest, der für mich zwischen Erinnerung und Auflösung existiert. Die skizzenhaften Linien und die bewusst brüchige Farbigkeit nutze ich, um ein Gefühl von Vergänglichkeit zu erzeugen. Möbel, Pflanzen und Wände sind nur angedeutet, fast so, als würden sie sich gerade aus dem Bild zurückziehen. Mich interessiert dabei weniger das Konkrete als die Stimmung: ein leiser, melancholischer Moment, in dem Zeit und Raum instabil werden. Die digitale Oberfläche unterstützt diesen Eindruck und lässt das Bild wie ein verblassendes Fragment eines inneren Zustands wirken.

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